MMenschen, die sich mit „New-Age“-Konzepten befassen, sprechen oft von sogenannten „Akasha-Chroniken“, einem ätherischen Bereich, in dem alles was ist oder jemals war, gespeichert ist. Dieses Konzept ist jedoch nicht ganz präzise. Besser verstehen lässt sich das Akasha, wenn man es als ätherisches Reich betrachtet, das dem Quanten-Summton unseres Universums gleicht. Raum und Zeit des Akasha sind derselbe Stoff. Der Summton repräsentiert die Gesamtheit der unendlich verschiedenen und allem innewohnenden Frequenzen, die sich entfalten und die Grundlage unserer vorherrschenden physischen Realität bilden. Das Akasha ist nicht unser ätherischer Aufzeichnungsort. Es existiert zweifellos als ursprüngliche Quelle unserer Existenz, verändert aber ebenso mit jedem neuen Augenblick seine Ausdrucksform. Seine grundlegende Frequenz ähnelt dem gesamten Rauschen eines Ozeans. Der Ozean trägt dabei die sich endlos wandelnden klanggeformten Variationen von potenziellen Erscheinungsformen und Manifestationen in sich. Jeder Klang im Kollektiv repräsentiert eine Schöpfungswelle, eine Schöpfungsströmung oder einen Schöpfungsstrudel. Im alten Osten wurde dieser Klang oft als göttlicher Schöpfungsatem beschrieben, dem Pranama – dem AUM.

Es ist jedoch wahr, dass alles, was in der Vergangenheit geschehen ist, immer noch in der Vergangenheit vorhanden ist. Jeder vergangene Moment ist in der ewiglichen Struktur der Zeit als chronostatischer Mega-Moment festgehalten und stellt ein eingefrorenes universelles Raum-Zeit-Ereignis dar. Im Sanskrit bezeichnet man einen solchen chronostatischen Moment als Mahabindu, einen „großen Moment“. Diese vergangenen Ereignisse – genauso wie jeder andere Moment: Vergangenheit, Gegenwart und das Fortwährende –, sind die sich stückweise entfaltende Struktur der Zeit, welche die für das Leben notwendige Möglichkeit offenbart. Was unsere Erfahrung von Bewegung erzeugt, ist das Erscheinen eines jeden neuen Mahabindu, was wie eine kontinuierliche Vorwärtsbewegung des Erfahrens wirkt. Nur ein wenig jenseits unserer normalen Reichweite ist ein unendliches Feld von alternativen Zeitrahmen, doch aufgrund unserer drittdimensionalen Begrenzungen können wir uns nicht seitwärts in einem einzelnen Moment in der Zeit bewegen. Wir können uns nur in unserer gegenwärtigen Zeitlinie nach vorne bewegen. In dieser Zeitlinie ist jeder vergehende Augenblick eine Momentaufnahme der Möglichkeit, die sich sequenzweise vorwärtsbewegt und den Eindruck eines fließenden Erfahrens unserer Zeitlinie erzeugt. Um uns in alternative Zeitlinien hineinbewegen zu können, müssten wir ein bewusstes und manifestes Gewahrsein der fünften Dimension erlangen, denn bei der vierten Dimension handelt es sich um die Zeit selbst.

Ein Raum-Zeit-Ereignis, jeder chronostatische Moment, ist der tatsächliche und einzige Aufzeichnungsort der Vergangenheit. Ein chronostatischer Moment ist Potenzial, das in dem Zustand, in dem wir es einst erfasst und verarbeitet haben, eingefroren ist. Der Moment summt nicht und ist daher nicht Akasha. Es ist unsere Bewegung durch diese aufsteigenden Momente der Zeit, die das Summen erzeugt und damit auch den Raum, in dem wir leben. Obwohl es schwer zu verstehen ist, ist das Akasha und alles, was es in sich trägt, das Resultat eines großen Wahrnehmenden, der unser grenzenloses uranfängliches Potenzial berührt. Der große Wahrnehmende ist die allem zugrunde liegende Intelligenz, an der wir alle im Einssein jenseits unserer sterblichen Reichweite teilhaben.

Ein Mahabindu, ein Mega-Moment, beinhaltet alles, was in jedem gegebenen Moment in Erscheinung tritt, sowohl universell als auch kollektiv. Es repräsentiert einen einzelnen Abschnitt im Gesamtkörper der All-Zeit. Die Zeit ist der Weg – jeder Moment ist ein weiterer Schritt nach vorne durch unser miteinander geteiltes unendliches Feld des Potenzials. Die Frequenzen des Akasha, die von der einen höchsten Intelligenz regiert werden, erschaffen mit jedem weiterem Schritt fortwährend die Realität neu und geben uns dadurch die Erscheinungsform unserer Existenz. Doch was uns als Ereignis-Moment erscheint, ist nicht mehr als ein kurzes Aufflackern, ein Lichtblitz in der All-Zeit, den wir lernen müssen abzulegen, loszulassen. Nicht nur, um den nächsten Moment zu erfahren, sondern einfach um zu erfahren. Wir lernen entweder uns an diese Regel anzupassen oder erleiden die Konsequenzen, die aus unserem Widerstand zur Veränderung resultieren.

Was das Lesen der Akasha-Chronik anbelangt? Um wahrhaftig einen Moment, der in der Vergangenheit geschehen ist, erkennen zu können, muss der Erforschende sein Festhalten an der Zeit vollkommen loslassen und die verbliebene Spur des Bedarfs aus der Vergangenheit darbieten, die immer noch im Jetzt schwingt und sich als erkennbarer Charakterzug, Muster oder Tendenz zeigt. Dieser verbliebene Bedarf kann dann als Frage, die in Reinheit dargeboten wird, in das Reich gegeben werden, das jenseits liegt. Nehmen wir mit anderen Worten an, eine Person möchte eine Erkenntnis über ein spezifisches psychisches oder physisches Merkmal seiner selbst oder einer anderen Person erlangen. Nehmen wir weiterhin an, dass diese Person fähig ist, ein Gewahrsein dieses Merkmals in Gegenwart dieser unbegrenzten Stille aufrechtzuerhalten, die jenseits der Psyche im transzendentalen Bereich liegt, unterhalb des Summens des Akasha, an das unser menschliches Bewusstsein gebunden ist. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, würde nun unter idealen Bedingungen der ursächliche Zeitbereich wiedererscheinen. Und zwar relativ zum Bedarf, der diesem Merkmal innewohnt. Der damit in Bezug stehende Zeitabschnitt wäre dann das, was gelesen werden kann. Nicht als Chronik, sondern als wiederkehrende Kenntnis des ursprünglichen Momentes, so wie er geschehen ist, gefroren in der Zeit. Doch dies ist nicht leicht zu bewerkstelligen, denn um es zu vollbringen bedarf es Disziplin, Zeit und eine fortwährend angeleitete Praktik.

Autor: Aaravindha Himadra
Übersetzung: Aiyanna Diyamayi

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